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Eine kleine, poptheoretische Analyse

Männer, die in ihrer Kindheit schwer traumatisiert wurden, die zum Beispiel eine Spielzeugeisenbahn nicht bekommen haben oder denen es zugemutet wurde, im Stehen pinkeln zu lernen oder die auch nicht immer ein Eis bekommen haben, obwohl sie es sich so sehr gewünscht haben oder ggf. die Eltern nicht alles ganz toll gefunden haben, was sie verrichtet, erstellt oder gezeigt haben...

Männer, die von ihren weiblichen Lebensgefährten verlassen wurden, u.a. weil sie nicht gelernt haben, im Stehen zu pinkeln oder wenigstens nach verrichtetem, kleinen Geschäft die Toilette reinigen, oder weil sie einfach nicht ausreichend geliebt wurden bzw. verstanden wurden von ihren Frauen und die jetzt tief in ihrem Inneren glauben, dass alle Frauen deshalb irgendwie anders, wenn nicht sogar schlecht sind...

Männer, die aufgrund ihrer verschmähten Liebe mitunter schriftlich postulieren, dass es keine Liebe gibt und den Hauptwiderspruch nicht erkennen, der da besagt, dass, wenn es keine Liebe gibt, dies mehr über den Verfasser des Postulats aussagt als über den Empfänger, weil Liebe ja nun keine Einbahnstraße ist und leider sehr oft einseitig ausgelebt wird. Wer nun also behauptet, es gäbe keine Liebe, dann sagt er vor allem, dass er nicht in der Lage ist, andere selbstlos zu lieben und wahrscheinlich auch nicht in der Lage ist, zu erkennen, wenn er tatsächlich einmal geliebt wird...

Männer, die es nicht ertragen können, für all die kleinen Verfehlungen, die sie begehen, auch einmal von Fremden oder, schlimmer noch, von ihrer Freundin kritisiert werden, weil sie sich zum Beispiel wirklich wie ein kleines Kind benommen haben, die diese Kritik aber nicht annehmen wollen, weil so ja auch irgendwie ihre Ehre angekratzt wird und, verdammt noch mal, sie es auch gewohnt sind, immer alles genau so zu machen, wie sie es eben machen wollen, und da ist nun mal kein Platz für Kritik,

Männer, deren Ereignishorizont so erbärmlich ist, dass sie jedes noch so kleine Ereignis mit einem im Halse erwürgten "Whoohooo" segnen müssen, die immer einen anderen brauchen, der alles mindestens genauso super findet wie sie, denn wofür sind Freunde sonst da, nicht wahr?

Männer, die sich einen Bart wachsen lassen müssen und ihre Haare kunstvoll scheiße aussehen lassen, weil das sie irgenwie männlicher macht, obwohl sie keine Ahnung haben, was das sein soll - männlich? und die auch ganz viele Tattoos machen lassen, weil sie so noch männlicher erscheinen und einen Fleischtunnel in die Ohrläppchen machen lassen, weil Männlichkeit sich immer noch steigern lässt, und vollkommen schwul sind ja auch gut geschnittene und entsprechend gut sitzende Klamotten, wo kämen wir denn da hin, wenn man sich Mühe geben müsste, ganz im Gegensatz zu Frauen übrigens, denen man dieses ungepflegte Äußere niemals durchgehen lassen würde...

... das sind die Männer, die Annenmaykantereit hören: Musik für Männer, die gerne ganz hart wären, jedoch tief in ihrem Inneren völlig leer, verwöhnt und quengelig sind. Die Musik dieser Band und vor allem ihre pseudo-gefühlvollen, des Jammers vollen und dem Straßen-Jargon angepassten Texte, die von multipel geförderten Ex-Gymnasiasten, also völlig unauthentisch, geschrieben und in die Welt posaunt werden, ist die exakte Entsprechung ihrer bereitwilligen Hörer. Wenn Upperclass auf Straße macht, ist das eben peinlich. Annenmaykantereit ist es jedenfalls wert, in meinen Katalog "Label des Grauens" direkt neben Trump und Erdogan aufgenommen zu werden. Nur Donald Duck wird wieder Unrecht getan.

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